Konflikte und deren Management

Es reichen zwei eigenständig denkende Köpfe für einen Konflikt aus. Dann kommen Emotionen, Verhaltensweisen, Andersartigkeiten hinzu. Im Umgang miteinander, gleich im privaten oder beruflichen Umfeld, können wir uns davor nicht schützen. Das ist auch nicht notwendig. Ein Konflikt bietet die Möglichkeit persönlicher Entwicklung und Reife. Im Lauf der Menschheitsgeschichte wurden, je nach Kultur, Umgangsformen erarbeitet, die hilfreich das soziale Miteinander stützen. In den 1960-er Jahren wurde eine Einrichtung in Amerika gegründet, die durch Mediation und Verhandlungen das Justizministerium unterstützt. In den 1970-er Jahren stieg die Anwendung des Mediationsverfahrens in Amerika und hat sich dort etabliert. In Deutschland hingegen entwickelte sich erst Ende der 1980-er Jahre ein öffentliches Interesse am Konzept der Mediation und wächst seitdem langsam aber stetig.

Im Mediationsverfahren haben die Medianden die Möglichkeit, ihren Konflikt der Mediatorin (w/m/d) vorzutragen, die neutral und allparteilich ist. Das Mediationsverfahren ist in Phasen gegliedert, die der Aufarbeitung und Strukturierung des Konflikts dienen. Es werden Positionen und die dahinter verborgenen Interessen erarbeitet, bevor es zu den Lösungsmöglichkeiten geht. Nicht immer ist eine Lösung möglich und nötig. Oft hilft der Mediations-Prozess der Erkenntnis, den Konflikt zu verstehen. Auch dieses Ergebnis kann als Lösung genügen.

Daniela Funke, Wirtschaftsmediatorin (IHK)